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Berührung nährt die Seele.
Ich glaube, dass wir viel dafür tun können, Körper und Geist in einer guten Balance zu halten.
Für mich gehören dazu vor allem zwei Dinge: Präsenz und Ernährung.
Präsenz kann durch Berührung entstehen. In einer Massage, in einem Rebozo oder einfach in einem Moment, in dem die Aufmerksamkeit wieder beim eigenen Körper sein darf. Ernährung bedeutet für mich, dem Körper das zu geben, was ihn im Alltag nährt und zu uns und unserer Lebenssituation passt.
Vielleicht sind diese Dinge heute wichtiger denn je.
Unser Alltag ist ständig in Bewegung. Wir arbeiten, organisieren, kümmern uns und versuchen, all den Dingen gerecht zu werden, die zu unserem Leben gehören. Selbst die Zeit, die eigentlich frei ist, kann irgendwann anfangen, sich wie ein weiterer Punkt auf einer langen Liste anzufühlen.
Es bleibt wenig Raum, einfach da zu sein.
Manchmal fühlt sich dieser Alltag für mich an wie ein anhaltender Sturm.
Wer schon einmal bei starkem Wind draußen unterwegs war, kennt vielleicht dieses Gefühl: jeder Schritt kostet plötzlich mehr Kraft. Selbst einfache Bewegungen werden anstrengender und manchmal bleibt einem kaum etwas anderes übrig, als sich gegen den Wind zu stemmen.
Ähnlich kann es sich anfühlen, wenn um uns herum ständig etwas in Bewegung ist. Wir machen weiter, organisieren, reagieren und versuchen Schritt zu halten. Vieles davon ganz selbstverständlich zu unserem Leben. Und trotzdem kostet es Kraft.
Unser Körper trägt und durch diese Zeiten oft erstaunlich lange. Dabei fällt es uns manchmal schwer, auf seine kleinen Zeichen zu achten und hinzuhören. Bei technischen Dingen gelingt uns das oft leichter. Bei einem Auto würden wir wahrscheinlich aufmerksam werden, wenn der Motor dauerhaft mit hoher Drehzahl läuft. Wir würden irgendwann langsamer fahren, eine Pause machen oder zumindest genauer hinhören.
Dem eigenen Körper ein Stimme geben.
Wir können lange funktionieren. Müdigkeit übergehen, Anspannung hinnehmen und weitermachen, weil gerade keine Zeit dafür zu sein scheint. Dabei sendet unser Körper immer wieder kleine Signale. Manchmal bemerken wir sie. Manchmal erst dann, wenn sie lauter werden.
Für mich beginnt Zuwendung deshalb auch damit, den eigenen Körper wieder wahrzunehmen.
Nicht erst dann, wenn nichts mehr geht. Und nicht mit dem Anspruch, ständig etwas an uns verbessern zu müssen.
Vielleicht geht es vielmehr darum, zwischendurch einen Moment zu schaffen, in dem wir nicht funktionieren müssen. Einen Moment für Berührung. Für gutes Essen. Für Ruhe. Und für die Frage, was gerade eigentlich da ist.
Ich glaube, dass daraus auch Widerstandskraft entstehen kann. Nicht im Sinne von noch mehr aushalten zu können. Sondern darin, die eigenen Grenzen wahrzunehmen und einen Umgang mit den Anforderungen des Lebens zu finden.
Was mich selbst begleitet.
Alles was ich heute in meiner Arbeit weitergebe, kenne ich auch aus eigener Erfahrung.
Massage, Rebozo und Ayurveda sind für mich keine Dinge, die ich nur gelernt habe, um sie anzubieten. Ich habe sie selbst erfahren, ausprobiert und in mein eigenes Leben mitgenommen.
Nicht alles passt zu jedem Menschen. Und ich glaube auch nicht, dass es den einen richtigen Weg gibt.
Aber ich glaube an die Kraft von Berührung, Ernährung und Zuwendung.
An Momente, in denen wir wieder etwas näher bei uns selbst sein dürfen.
Nahrung ist mehr als Essen
Im Ayurveda begegnet mir immer wieder ein Gedanke, der mich auch in meiner Arbeit begleitet:
Lebensmittel nähren den Körper. Liebe und Zuwendung nähren die Seele.
Vielleicht ist Nahrung mehr als das, was auf unserem Teller liegt. Wir nähren uns durch das, was wir essen. Aber auch durch Berührung, Nähe, Aufmerksamkeit und die Zeit, die wir uns selbst und anderen schenken.
Für mich gehören Berührung, Ernährung und Zuwendung deshalb ganz selbstverständlich zusammen.
Denn was uns nährt, findet nicht nur auf dem Teller statt.

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